ARBEITSKREIS NUMISMATIK im Historischen Verein Wertheim e.V.

 

Unser Arbeitskreis wurde im Herbst 1972 von den Mitgliedern Philipp Hügel, Erich Langguth und Klaus Schulze gegründet und traf sich zum 1. Münzabend am 6.November 1972. Seitdem findet das regelmäßige Treffen jeweils am 1. Montag eines Monats um 20 Uhr statt, zur Zeit im Landgasthof Franz in Kreuzwertheim. Hierzu sind Gäste, auch mit Interesse an anderen Numismatischen Gebieten, jederzeit willkommen!

 

Zweck des Arbeitskreises ist die weitere Erforschung der Münzgeschichte der Grafschaft Wertheim, das Sammeln von Wertheimer Münzen und die Pflege und Betreuung des großen Bestandes Wertheimer Prägungen im Grafschaftsmuseum.

 

Philipp Hügel begann die Münzen zu zeichnen und teilweise sogar als Gemälde darzustellen, da im Katalog von Ferdinand Wibel aus dem Jahr 1880 nur wenige Münzen gezeichnet sind. Außerdem fertigte er von ca. 200 erhaltenen Münzstempeln Siegellack-Abdrücke.

 

1983 konnten mit der Eröffnung des Museums in der ehemals fürstlichen Hofhaltung, heute Rathaus, Bedingungen geschaffen werden, um die Münzsammlung sicher und zugänglich unterzubringen.

Es wurde ein gebrauchter Tresor besorgt, der Transport gesponsert sowie die notwendigen Münzkästen beschafft. Finanziert wurde dies durch Mitglieder des Arbeitskreises und einer Unterstützung durch Volksbank und Sparkasse.

 

1987 feierten wir unser 15-jähriges Bestehen zusammen mit dem 70-jährigen Geburtstag von Philipp Hügel. Dem Senior wurde von Oberbürgermeister Stefan Gläser  die Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg sowie die Stadtmedaille in Silber verliehen. Der Arbeitskreis ließ ihm zu Ehren eine Medaille (Ag u. Cu) mit seinem Porträt durch den Medailleur Harry M. Buchberger, Meersburg prägen. Die Rückseite zeigt das Porträt von Ferdinand Wibel. Dem Jubilar wurde bei den Feierlichkeiten ein Exemplar in Gold überreicht.

Der Kulturkreis Wertheim ehrte Philipp Hügel 1988 mit dem Förderpreis 1987.

 

1989 konnte mit dem Umzug des Grafschaftsmuseums in das ehemalige Rathaus auch für das Münzkabinett ein würdiges Domizil gefunden werden. Es befindet sich heute im Haus zu den "Vier Gekrönten". Die Ausstellung einer repräsentativen Auswahl Wertheimer Münzen und Münzstempel wurde von den Mitgliedern Klaus Schulze und Werner Fuchs konzipiert. Gleichzeitig wurden die Münzen in einer EDV-Liste erfasst. Einige Ölgemälde der Münzherren schmücken die Wände.

 

2007/2008 wurden im Auftrag des Arbeitskreises sämtliche Münzstempel fotografiert und in einer Kartei erfasst. Von den dabei festgestellten Stempeln ohne bisherigen Prägenachweis wurden einseitige Abschläge durch den Medailleur Helmut König aus Zella-Mehlis hergestellt. Die entsprechenden Abbildungen finden Eingang in das später noch zu erwähnende Katalogprojekt.

Für die Aufbewahrung und Präsentation der Abschläge schenkte uns Mitglied  Otto Hock eine Paternoster-Münzvitrine, die heute entsprechend ausgestattet im Münzkabinett zu sehen ist.

 

Um auch die früheren Besitzungen der beiden Löwenstein-Wertheimer Linien kennenzulernen fanden Exkursionen in unregelmäßigen Zeitabständen statt. Besonders hervorzuheben sind die Reisen nach Rochefort in Belgien und nach Haid in Böhmen ( heute Bor u Tachova ).  In Haid haben wir einen tschechischen Münzsammler mit Interesse an Löwensteiner Münzen kennengelernt, der uns heute zum Freund geworden ist.

 

Unser Mitglied Werner Fuchs hat sich speziell mit dem Thema „Wertheimer Medaillen“ beschäftigt und seine Ergebnisse unter dem Titel „Medaillen, Marken und Jetons der Stadt Wertheim und aus der alten Grafschaft“ veröffentlicht. Das Buch ist noch im Grafschaftsmuseum zu erwerben. 

 

Das bereits erwähnte Katalogprojekt ist weiter auf einem guten Weg und sollte 2018/2019 herauskommen können.

Darin fassen die Mitglieder Werner Beck und Jürgen Morschek Ergebnisse ihrer fast 50-jähriger Forschungsarbeit zusammen. Verfolgt wurde das Marktvorkommen Wertheimer Münzen und Medaillen in diesem Zeitraum und die Auktionskataloge seit 1865 wurden zu nahe 100% ausgewertet.

Fast alle größeren und relevanten Münzkabinette in Deutschland und Europa wurden persönlich besucht sowie bekannt gewordene Privatsammlungen gesichtet. Selbstverständlich wurde auch die numismatische Literatur, gestützt auf eine privat aufgebaute Bibliothek, ausgewertet.

Das neue Werk wird den alten „Wibel“, heute noch immer gültiges Zitierwerk, in seinem Katalogteil ersetzen und umfänglich erweitern. Jede Münze und Medaille wird abgebildet.

 

Wir freuen uns, wenn neue interessierte Münzfreunde zu unseren monatlichen Treffen kommen.